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KIZU - Fallbeispiel | Seite 1

Wenn Kinder in der Schule immer schlechtere Noten schreiben, sind Eltern nur zu schnell bereit, ihr eigenes Kind als Versager anzusehen. Ungewollt unterstützen sie dieses Versagen mit entsprechenden negativen Aussagen oder einer gehörigen Extraportion Druck, die sie ausüben. Viele Eltern sind nicht bereit, die Situation des Kindes genau zu analysieren. So hat der Nachwuchs nicht nur seine eigenen Probleme, er trägt die der Erwachsenen oft gleich mit.
Ein Kind leidet unter einer Ehekrise der Eltern genauso wie die jeweiligen Erwachsenen. Alleinerziehende und Geschiedene gehen, auf ihr eigenes Seelenheil bedacht, oft nicht genügend auf die Bedürfnisse des Sprosses ein, der den anderen Elternteil meist vermisst. Die Eltern sind zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Hilfe von Kinderpsychologen, die sehr gute Ratschläge zum Wohle des Kindes geben könnten, werden nur in den seltensten Fällen eingeholt.

In einigen mir bekannten Fällen kam es vor, dass der vielbeschäftigte Vater seinem Sohn erst volle Aufmerksamkeit schenkte, als die Noten schlechter wurden. Der Nachhilfeunterricht für das jeweilige Fach fand beim Vater statt. Die Noten verbesserten sich, die Nachhilfe wurde eingestellt, der Vater schenkte seine Aufmerksamkeit wieder anderen Dingen, die Noten sackten erneut ab. Oftmaliges Fazit des Vaters: "Mein Sohn ist zu dumm für dieses Fach."
Ich kann nur immer wieder betonen, analysieren Sie sorgfältig, was bei Ihrem Sohn oder Ihrer Tochter gerade abläuft und betrachten Sie ihr eigenes Verhalten oder Ihre Aussagen einmal genauer unter der Lupe. So sprach ich mit einer Mutter, die verzweifelt bemüht war, die richtige schulische Entscheidung für ihren Sohn zu treffen, beim besten Willen aber nicht wußte, zu welchem Ergebnis sie gelangen sollte.

Martin besuchte die siebte Klasse eines Gymnasiums und würde in diesem Jahr das Klassenziel in keinem der Hauptfächer erreichen. Natürlich stellte sich für Hilde, seine Mutter, die Frage, ob es nicht besser sei, den Jungen an der Realschule anzumelden. Die Schwierigkeiten lagen insbesondere bei den Fremdsprachen und in deutscher Rechtschreibung, teilweise auch in dem Fach Mathematik. Dort allerdings hauptsächlich, weil der Junge in den Schulaufgaben nie fertig wurde, er galt als "zu langsam".

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Eva Daniels • Erzbischof-Buchberger-Allee 12a • 93051 Regensburg • Tel.: (0941) 900 507 • Fax: (0941) 942 8909
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